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Kid
606 Myspace
Tigerbeat6
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Interview with Kid 606
Wann war der Moment als Du wusstest, dass Du einmal ein
berühmter Musiker werden würdest?
Ernsthaft, den hats nicht gegeben! Oder ich habs nicht
mitgekriegt.
Allerdings gabs da einige Momente in denen ich für riesige
Gagen vor Massen von Leuten spielte und mir dachte "Womit
hab ich all das Glück verdient?"... Ich bin ein
ziemlich manischer Typ, der nichts erwartet und das beste
hofft.
Was bedeutet "Groove" für Dich?
Ich denke ein Groove ist wenn sich ein Beat wiederholt ohne
langweilig zu werden.
Die beste Dancemusik kannst Du immer und immer wieder hören,
wenn sie aufregend und interessant ist.
Was war dein erstes Equipment und was sind zurzeit Deine
Lieblingsgeräte?
Mein erstes Instrument war ein Ensoniq Mirage Sampler.
Neuerdings stehe ich tierisch auf Artillery2, meine Xoxbox
(um externe Klangerzeuger anzusteuern), die Sherman Filterbank
2 und dieses verrückte Fuzz Pedal das Nels Cline benutzt,
es klingt wie nicht anderes und ich schicke da alles durch.
Was war der erste Computer den Du für Musikproduktion
benutzt hast?
Macintosh SE mit Mastertracks Pro, der billigste Sequencer
dens zu kaufen gab! Ich wünschte ich hätte mich
mehr damit auseinandergesetzt, denn ich habs eigentlich nur
dazu benutzt Loops zu erstellen und sie an meinen Sampler
zu schicken.
Auch mit dem Midisequencer kam ich nicht wirklich klar und
habe immer meinen Ensoniq Eps 16+ dafür benutzt.
Als die ersten erschwinglichen Powerbooks rauskamen, hat mich
das wirklich weitergebracht...
Was ist Deiner Meinung nach die grösste Limitierung
bei der Arbeit mit Computern?
Es ist schwierig andere musiker mit einzubeziehen. Selbst
wenn Du nur einen einfachen Mix mit jemandem machen willst
kommt da dieser unausweichliche Moment wo beide nach der Maus
greifen. Frustrierend!
Internetzugang im Studio zu haben ist auch so ein zweischneidiges
Schwert, manchmal kann es wirklich helfen, aber wenn man anfängt
während des bouncens oder sampleschneidens Mails zu checken,
lenkt das schon sehr ab...
Wenn Du einen neuen Track komponierst, folgst Du eher der
Musiktheorie oder gehts frei nach Ohr?
Ein bisschen von beidem, ich mache ja nicht die traditionellste
Musik, aber manchmal, wenn was schief klingt muss man schon
ziemlich intensiv nach den ursachen suchen, daher plane ich
Tracks auch gern mal mit Stift und Papier, wenn ich Zeit dafür
finde...
Als Du ein Kind warst, wolltest Du doch sicher wie ein
bestimmter Rockstar sein, wer war es?
Als ich jung war, so 11 oder 12, stand ich auf Bands wie
Ministry, Skinny Puppy, Godflesh, Whitehouse, Nine Inch Nails,
Throbbing Gristle... Aber wenn ich Interviews mit denen las,
schienen sie ziemlich kaputt vom Erfolg zu sein, daher wollte
ich nicht wirklich wie die sein. ich denke ich wollte eher
in einer dieser beim spielen auf ihre Schuhe starrenden (Shoegazer-)
Bands sein wie My Bloody Valentine or Seefeel, aber eigentlich
war ich dafür viel zu chaotisch. Also ist es wohl eher
Mark van Hoen von Locust, der war wirklich dark und schrieb
wunderschöne Songs aber machte auch kranken, tanzbaren
Jungle und IDM Techno auf coolen labels wie R&S.
Was müsste Dein Traumplugin können?
Eure Sugar Bytes Sachen sind schon absolut traumhaft,
was will man mehr? Wovon ich träume ist eine perfekte
Kombination aus Logic und Live, da es mich nervt, zwischen
denen hin und her zu springen oder sie gleichzeitig offen
haben zu müssen. Was interfaces angeht: Weg mit Maus
und Tastatur und her mit riesigen Touchscreens!
Bist Du ein Presetuser oder schraubst Du lieber alle Sounds
selbst?
Hängt ganz von den Instrumenten ab. Ich habe nie
ein Preset benutzt ohne es massiv zu verschrauben. Ich benutze
eine Menge Analogsynth die keine Presets speichern können
und sample die ab (zB für Basslines). Ich mag keine Softsynths
oder Virus-Sounds, die ersaufen immer in Delays und Reverbs
und dudelnden Arpeggios...
Wie kamst Du eigentlich auf Sugar Bytes?
Ich hörte eine Menge über Sugar Bytes von Berliner
Musikern, und als meine Freunde begannen Artillery2 Live zu
benutzen dachte ich mir, das muss ich auch haben! Ich hab
mich echt gewundert, das vorher keiner auf die Idee gekommen
ist, es ist so smart und intuitiv, Effekte mit dem Keyboard
zu benutzen!
Glaubst Du an virtuellen Röhrensound?
Na klar! Jetzt warte ich nur noch auf das virtuelle Tascam
4 Track Tape Rauschen. Ich vermisse wirklich den den Sound
oft gespielter Kassetten!
Wie performst Du Deine Stücke auf der Bühne?
Das kommt stark auf die Art der Show an. In letzter Zeit,
gehts allerdings eher in die verrückteren Ecken der Dance
Musik. Ich finds schon ironisch, dass Du im Club eine gute
Zeit haben kannst mit Musik, die Du draussen nicht hören
würdest, aber Deine eigentlichen Lieblingstracks wiederum
irgendwie nerven wenn sie im Club laufen.
Hast Du ausser Klavier noch andere Instrumente gelernt?
Ein bisschen Gitarre, Bass und Keyboards, aber ich bin
leider nie dazu gekommen die Instrumente wirklich zu erlernen,
zu früh hab ich mit Samplern, Synthies und Samplern angefangen.
Hätte ich Kinder, würde ich wollen dass sie zunächst
ein richtiges Instrument lernen bevor sie anfangen mit Fruity
Loops und solchen Sachen rumzudaddeln.
Was sagt Deine Freundin dazu dass Du soviel Zeit im Studio
verbringst?
Ich denke es ist ok solange es tagsüber ist, aber ich
fange mir definitiv Ärger ein wenn ich anfange die Nächte
durchzumachen!
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